Apian aktiv

Eine Schule, ein Team, ein Ziel

„Was ziehen wir heute Abend an?“ -„Ich komme gleich im Anzug zum Spiel.“ „Und was machst du mit den Klamotten?“ -„Die gebe ich meinen Eltern mit. Nach der Party gehen wir doch noch ins La Fiesta.“ „Und danach?“ -„Vielleicht noch ins Touchdown. Irgendwie müssen wir die Zeit ja überbrücken, bis wir am Viktualienmarkt frühstücken können“.

Verwirrt? Wenn ja , dann seid ihr es zurecht. Wer hat denn schon vor, während der Schulzeit eine komplette Nacht durchzumachen und was hat es mit diesem Spiel auf sich? Um das zu erfahren, müsst ihr diesen Artikel weiterlesen. Und das lohnt sich, denn so viel vorab: Diese unscheinbare Diskussion verbirgt etwas Großes. Ein Event, welches das Apian so noch nie zuvor erlebt hat.

Doch spulen wir einmal zum Anfang zurück:

Bei diesem Großereignis handelt es sich nämlich um ein Fußballturnier. Was daran so besonders ist, lässt sich ganz einfach erklären: Der Mac IN Chicken Schanzer Cup ist das erste schulübergreifende Turnier, das Ingolstädter Schulen in einem spannenden Wettbewerb vereinte. Konkret kämpften Apian, Reuchlin, Scheiner, Katherl, die FOS und das Gymnasium Gamersheim um den Pokal – und organisiert wurde alles von unserer Q12.

Doch wie kommt man auf so eine Idee und wie liefen die Vorbereitungen?

Robert, Benedikt und Tobi, die zu den Organisatoren gehören, verrieten uns dazu im Interview:

Robert: Tobi und ich wollen schon seit zwei oder drei Jahren das auf jeden Fall versuchen durchzubringen. Jetzt hat’s endlich geklappt und ich glaube, wir hatten auch eine Inspiration durch die Unterstufenturniere.

Benedikt: Wir haben ja für die 5. – 7. Klasse immer beim DJK diese Jahrgangsstufenturniere gehabt und die waren immer sehr lustig und das ist es, woran wir uns orientiert haben.

Doch um aus einer Vision Realität werden zu lassen, braucht es nicht nur die richtige Planung, sondern auch ein motiviertes Team, das diese Ideen umsetzt und eine umfangreiche Vorbereitungszeit.

Dazu erzählt Tobi: „In der Jahresplanung stand es schon drinnen. Seit Ostern waren die größeren Planungen und seit Pfingsten läuft es auf Hochtouren.“ Robert ergänzt, wie sich dies mit dem Schulalltag vereinbaren lässt: „Ja, also ehrlich, da lag der Fokus nicht immer so ganz auf den Klausuren, aber ich glaub, das ist nicht so deep, ehrlich.“

Die Mannschaft des Apian-Gymnasiums

Wie habt ihr untereinander bei der Organisation die Aufgaben verteilt?

Robert: Also ich würde schon sagen, dass Tobi auf jeden Fall die meiste Arbeit gemacht hat. Wirklich Respekt an Tobi. Ohne Tobi wäre das Turnier nicht möglich gewesen. Und ich glaube, dass Tobi hier auch auf jeden Fall der Chef ist.

Tobi: Ich will auf jeden Fall betonen, dass ich nicht alles allein gemacht habe, dass wir ein richtig gutes Team hatten. Das Kernteam bestand aus Markus, Robert, Linus und mir. Was da organisiert wurde, ist gigantisch. Es ist nicht so, dass ich alles allein getragen habe, wir hatten eine richtig gute Arbeitsaufteilung. Was Robert gemacht hat die letzten Wochen mit Sponsorendeals, mit Abmachungen, mit dem Kader, ist phänomenal. Was andere gemacht haben aus dem Jahrgangsstufensprecherteam, das über Spenden mehr als fünfhundert Gewinne für die Tombola gesammelt hat, ist phänomenal. Wir waren ein richtig gutes Team, was die Mannschaft gemacht hat an Werbung, dass wir so viel Karten verkaufen konnten. Einzigartig. Also das Team war optimal in der Vorbereitung. Und was man beachten muss, ist, dass man den Platz bucht, dass man mit dem Sportamt und dem MTV in Kontakt steht und dass man mit den anderen Schulen regelmäßig in Kontakt bleibt. 

Hier gibt Tobi bereits ein sehr gutes Stichwort. Denn alleine kann das Apian natürlich nicht antreten – und um die Veranstaltung zu ermöglichen, benötigt es die Zustimmung der Stadt und selbstverständlich auch die anderen Schulen, gegen welche die Mannschaft des Apian antreten kann.

„Die anderen Schulen waren sofort begeistert dabei. Wir haben gemeinsam in der Innenstadt ein Vortreffen gemacht, wo wir die Details durchgesprochen haben und die Zusammenarbeit war sehr gut. Das Gabrieli-Gymnasium hat an dem Tag selbst ihr Sommerfest, aber das ist auch die einzige Schule, die uns abgesagt hat. Das ist aber ein verständlicher Grund. Unsere „Konkurrenten“ bekommen von den Ticketeinnahmen an ihren Schulen 50%, der Rest geht an uns, denn wir haben auch ein paar Ausgaben. Zum Beispiel hat das Katherl innerhalb von zwei Tagen vierhundert Karten verkauft, das sind dann auch zweihundert Euro für deren Abikasse. Die Schule, die die meisten Tickets verkauft, bekommt noch ein Preisgeld. Das ist auch noch eine Motivation.“

IMG-20260730-WA0557
Steht hinter dem Projekt: Herr Rocholl

Woher die Organisatoren wussten, was alles zu beachten und zu bedenken ist war „learning by doing“, wie Tobi zu berichten weiß. „Man braucht ein Stadion und Kontakt zum Sportamt. Man tastet sich vor und stellt ganz viele Fragen, wenn man im Kontakt mit denen ist.“ Ein wenig Unterstützung gab es dann auch von schulischer Seite, wofür sich Tobi besonders bei Herrn Rocholl bedankt, „der sich hinter uns stellt, was nicht selbstverständlich ist. Das ist beeindruckend.“

Wie liefen die Absprachen mit der Stadt, gab es Schwierigkeiten oder irgendwelche Probleme, die vielleicht vorher nicht unbedingt absehbar waren?

Tobi: „Insgesamt war es eine sehr gute Kommunikation. Ich war auch ein paar Mal im Sportamt und habe mit denen oft telefoniert. Gestern war es ein bisschen überraschend, weil wir die Info bekommen haben, dass wir den Hauptplatz nicht durchgehend nutzen dürfen. Zuerst wollten sie uns nur das Finale auf dem Hauptplatz spielen lassen. Dann habe ich bisschen verhandelt. Jetzt spielen wir nur die Platzierungsspiele, also das Spiel um Platz drei und Spiel um Platz fünf nicht auf dem Hauptplatz. Den Rest schon. Ja, das kam überraschend. Aber es war immer eine wertschätzende Kommunikation.“ 

Die Organisatoren der Q12 haben learning by doing perfektioniert. Um ihr Projekt publik zu machen, druckten sie Plakate, die Mannschaft besuchte jede einzelne Klasse unserer Schule, um den Kartenverkauf zu voranzutreiben. Zusätzlich betrieben sie ein aktives Instagram-Profil mit einem beeindruckenden Imagefilm, der dank der Cutterin Valentina pünktlich nach einem Testspiel veröffentlicht werden konnte.

Über 700 Karten wurden im Vorfeld verkauft und mittlerweile hatte so ziemlich jeder Apianer und jede Apianerin mitbekommen, was am 29.07.2026 im MTV-Stadion passieren würde.

Schließlich war der Tag der Tage gekommen. Bereits am Vormittag wurde aufgebaut und letzte Vorbereitungen abgeschlossen, damit um 15 Uhr alles bereit war.

Dann war es soweit: Sommer, Sonne, Fußball

Auswahl der Tombola-Gewinne

Nach und nach füllte sich das Stadion. Doch außer spannenden Fußballspielen war noch mehr geboten, was dieses Turnier so besonders machte: Zunächst einmal hatten Besucherinnen und Besucher nicht nur die Möglichkeit, einen schönen Nachmittag und Abend zu verbringen, sondern auch Preise bei der Tombola zu gewinnen. Hauptgewinne waren beispielsweise Trikots, Gutscheine für die Donautherme oder auch für das Positiv Fitness.

Ein großer Dank an alle Unterstützer:

Sponsoren: rafatsch Küche & Bad, Donautherme, Backstube Wünsche,  FunArena, Kessel, Cafe AnnA, Wöhrl Gemüsehof, Hörl, Globus Baumarkt, AOK, Easy Drive, Metzgerei Huber, Positiv Fitness, ComIN, Papa Joe’s

Medienpartner: Donaukurier, tv ingolstadt

Repräsentationspartner: FC Ingolstadt, Christian Träsch, OB Michael Kern

Für Verpflegung war ebenfalls gesorgt. Mac IN Chicken stellte einen Foodtruck zur Verfügung und die Q12 betrieb selbst eine Getränkestand und einem sehr gelungenen Waffelstand.

Ohne die Sponsoren wie den Titelsponsor Mac IN Chicken, Trikotsponsor La Fiesta und viele weitere Firmen hätte diese Veranstaltung nicht so groß und erfolgreich realisiert werden können.  

Um 16 Uhr startete dann das erste Spiel und für unsere Mannschaft wurde es direkt ernst: Apian gegen Reuchlin. Doch nach 20 Minuten (die Länge eines Spieles des Cups) stand es 0:0 und somit endete das erste Spiel der Vorrunde unentschieden.

Bevor das nächste Spiel der Gruppenphase begann, konnten wir kurz mit Sarah, eine der beiden Moderatorinnen, sprechen.

Von welcher Schule bist du und wie kamst du zu dem Job? 

Ich bin vom Apian. Meine Freundin Laura, die andere Moderatorin, und ich wollten auf jeden Fall beim Turnier mithelfen. Dann haben wir überlegt, was uns vielleicht am meisten Spaß machen würde. Dann hat eine Freundin gesagt, dass sie sich uns ganz gut als Moderatorin vorstellen kann und so wurden wir vorgeschlagen.

Die Moderatorinnen Sarah und Laura

Und wie gefällt dir das Turnier bisher? 

Sehr gut. Ich finde es auf jeden Fall sehr spannend. Ich finde es richtig toll, dass so viele Leute gekommen sind und die Stimmung ist auch echt gut. Wir versuchen ja immer mal wieder so ein bisschen zu motivieren.

Was erhoffst du dir noch vom Turnier? 

Auf jeden Fall, dass das Apian noch weiterkommt, oder gewinnt bzw. zumindest ein Tor schießt. Ansonsten erhoffe ich mir einfach, dass die Stimmung weiterhin so gut, und die Leute motiviert bleiben.

Im weiteren Verlauf war auch das zweite Spiel der Apianer eher mau – wir verloren 1:0 gegen die FOS. Trotzdem überstand das Apian die Gruppenphase. Die Freude darüber war groß, doch schwang auch etwas Sorge über die bisherigen spielerischen Leistungen mit.

Robert, der Coach, ordnete die Lage für uns ein. Auf die Frage, wie zufrieden er bisher mit dem Verlauf des Turnieres sei, merkte er zwar an, dass er etwas enttäuscht, aber auch der festen Überzeugung sei, dass es das Apian mit einer nun defensiveren Strategie trotzdem weit bringen könnte.

Er erklärte, dass nun das Halbfinale gegen das Katherl gewonnen werden müsse. Des Weiteren machte er darauf aufmerksam, dass die Stimmung auf der Tribüne zwar eher gegen die Gastgeber gerichtet sei, er aber sehr zufrieden mit dem Fanblock sei und sich bereits auf die Pyro-Show freue. 

Robert hat seine Mannschaft im Blick

Für das Spiel Apian vs. Katherl musste auf den Nebenplatz umgezogen werden. Dieser war zwar kleiner und ließ die entsprechende Fußballtribüne vermissen, doch war hier dadurch eine Sache lauter und deutlicher: der Apian-Fanblock. Dieser war nicht nur eine Handvoll motivierter Fans, die ein paar Sprechchöre mitgebracht hatten. Nein, der Fanblock des Apians war weitaus besser vorbereitet.

Ausgestattet mit einer großen Trommel, einem Megafon mit einem hochmotivierten Sprecher und einer Vielfalt an Sprüchen, brachte das Apian gehörig Stimmung auf den Platz. Ganz nach dem Motto: Pyrotechnik ist doch kein Verbrechen, stiegen bald darauf weiß-blaue Rauchwolken über dem Platz auf. Mit der Anweisung „Das ganze Apian hüpft“ wurde die Mannschaft in den letzten Minuten noch einmal unterstützt.

Die Mannschaft wird gefeiert

Doch als der Schlusspfiff ertönte, hatte keine der beiden Mannschaft den Ball ins gegnerische Tor gebracht. Im Halbfinale bedeutet das genau eines: Elfmeterschießen. Die Mannschaft, die bei fünf Torschüssen häufiger trifft, sichert sich den Einzug in das Finale.

Die Spannung steigt – und es geht los. Begleitet mit lauten Anfeuerungen erzielt das Apian fünf Treffer. Doch das Katherl – verschießt einen! Die Freude bei den Apian-Fans ist riesig und die Mannschaft steht tatsächlich im Finale!

 

Der Sieg war damit allerdings keineswegs gesichert, denn unser Gegner hieß FOS. Die FOS, gegen die wir bereits zwei Mal verloren hatten: einmal im Testspiel vor dem Turnier und einmal in der Gruppenphase. Doch so leicht würden wir uns nicht unterkriegen lassen. Unter dem orangefarbenen Mond, der leider nicht Apianblau schien, wurde nach dem Singen der Nationalhymne gegen 21.30 Uhr das Finale des diesjährigen Mac IN Chicken Schanzer Cups angepfiffen.

Sowohl Mannschaft, als auch Fans gaben noch einmal alles. Das ganze Stadion fieberte mit und sogar die Kommentatoren feuerten das Apian an. Der Ausgang dieses spannenden Spieles war ein … 0:0 … das bedeutet: Elfmeterschießen! Doch werden wir die Glanzleistung aus dem Elfmeterschießen im Halbfinale noch einmal wiederholen können?

Zu diesen letzten Schüssen versammelten sich alle Apianerinnen und Apianer hinter dem Tor, um ihre Mannschaft bis zum Ende zu motivieren. Und das Apian … verwandelt jeden einzelnen Schuss.

Doch was macht die FOS? Die FOS erzielt vier von fünf Treffern und damit gewinnt das Apian das Turnier – ohne in der regulären Spielzeit auch nur ein einziges Tor zu schießen!  Beim Klang dieser Verkündung hüpfte das Apian nicht mehr, es sprang, jubelte und beglückwünschte die Mannschaft auf dem Feld.

Der Pokal, der von Ex-Nationalspieler Christian Träsch übergeben wurde, wurde jubelnd in Empfang gewonnen. Was ein schöner Abschluss von einem aufregenden Turnier.

Ganz war der Abend allerdings noch nicht vorbei. Im Gegenteil: Auf der Afterparty im La Fiesta, welches zu den wichtigsten Sponsoren gehörte, wurde der Sieg gebührend gefeiert. Denn wie sich das Apian während des Turniers entwickelt hat, ist wahrlich meisterhaft. Was auch eine meisterhaft ist, ist die Organisation solch eines Events. Nicht nur die Planung, sondern auch Umsetzung und Vermarktung, die so hervorragend gelungen sind, lässt das ganze Apian den Hut vor diesem Team ziehen.

Für genau dieses Team ging es in dieser Nacht wohlverdient noch etwas weiter, doch das steht bereits am Anfang dieses Artikels.

Am nächsten Tag haben wir Tobi darauf angesprochen, ob jetzt am Tag nach dem Spiel Freude, Erleichterung oder Müdigkeit überwiege. Er meinte, im Moment sei es die Müdigkeit, aber die Freude über den Sieg sei auch sehr groß und die Erleichterung, dass alles geklappt hat. Er sei selbst noch bis 1 Uhr nachts mit Aufräumen beschäftigt, bevor er sich der Afterparty im La Fiesta anschloss.

Das Team feiertihren Hauptorganisator Tobi
Ehrengäste des 1. Mac IN Chicken Schanzer Cup: Davide Sekulovic, Simon Lorenz, Harald Gärtner, Nico Antonitsch, Christian Träsch, OB Michael Kern

Bild- und Videonachweis: FRAME, Instagram-Profil der Q12, @graphicsbyjannick

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert